Natürlich haben wir schlecht geschlafen nach dem Trubel von gestern. Das Wetter macht wieder Bocksprünge. Heute morgen um 8:00 Uhr 6C, endlich windstill, und ein herrlich blauer Himmel. Bis 11:00 Uhr stieg die Temperatur auf 22C. Ich buchte noch eine 3. Übernachtung. Wir entschlossen uns für einen ausgedehnten Spaziergang auf einem Trail hinter dem RV-Platz, der an einem Flußlauf entlang führte. Eine Weile lang beobachteten wir viele Wasserschildkröten, die auf einem abgestorbenen Baumstamm wie aufgereiht in der Sonne die Wärme genossen. Viele Vögel flogen durch die frisch belaubten Baumwipfel, unter anderem sahen wir 2x den Roten Kardinal. Am Ende des Pfades kamen wir mit einem einsamen Wanderer ins Gespräch. "How do you do, where are you from?" usw. Nach gegenseitigem Vorstellen erzählte er uns kurz über sich: Osvaldo "Ozzy" Parra, Mexican-American, seit 23 Jahren in San Antonio, verheiratet mit einer Deutschstämmigen. Als er von unserem Autoaufbruch hörte, meinte er,es gäbe hier leider sehr viele kriminelle Hispanics. Er ging mit uns zurück bis zum RV-Platz und fragte, ob wir an einer Sightseeingtour interessiert seien, er würde uns gern die interessanten Plätze in San Antonio zeigen. Natürlich waren wir interessiert. Gesagt - getan, um 14:30 Uhr holte Ozzy uns auf dem Platz mit seinem Cadillac ab. Ab nach Downtown, zum
Footballstadion, zum Basketballdom, zu "Mi tierra" (my land) - dem Downtown market square, fest in mexikanischer Hand.
Dann etwas außerhalb nach Los Barrios in ein Restaurant von Viola, einer Frau, eine Legende, eine Art Heilige. Mit nichts angefangen hat sie in wenigen Jahren 3 Restaurants aufgebaut, bis sie vor 5 Jahren von einem drogensüchtigen jungen Nachbarn mit einer Armbrust erschossen wurde, 80 Jahre alt. Ihre Kinder führen die Restaurants weiter. Ozzy wollte uns zum Essen einladen, aber das war natürlich meine Sache. Er sollte aber bestellen. Unser erstes typisches mexikanisches Essen in den USA, verschiedene scharfe Soßen, Käsesoße, Fleisch, Gemüse, Oliven, alles auf einer Platte. Dazu die obligatorischen Chips, gegessen wurde mehr oder weniger mit den Fingern. Dazu eine Margarita, die bei Annette gleich Spuren hinterließ. Ein toller Nachmittag jedenfalls. Um 17:30 Uhr brachte uns Ozzy wieder zum RV-Platz zurück. Zu essen brauchen wir heute - bis auf Obst- mit Sicherheit nichts mehr. Aber großen Durst haben wir nach den mexikanischen Spezialitäten.

Na dann, buen provecho! Wir sind jeden Tag gespannt, was es Neues von Euch gibt. Ab jetzt bitte nur noch Positives. Hier in Korsika ist es sehr kühl, Nordost-Wind. Immerhin schwimme ich bei 22°C bereits meine Runden im eigenen Pool, während Peter noch ein bisschen wartet.
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