Dienstag, 29. April 2014

Übergabe des RV

29. April                                Das war's!
95 km waren es noch vom RV-Platz bis zur Mietstation von Road Bear. Wir hatten dafür 1,5 Std. veranschlagt auf der Interstate und sind um 6:45 Uhr a.m. gestartet. Nach 2,5 Std. waren wir immer noch nicht am Ziel. 5 - 6 Spuren brechend voll, stop and go über lange Strecken. So etwas hatten wir noch nicht erlebt.

Wir kennen zwar nicht den Berufsverkehr in Hamburg, Berlin oder im Ruhrgebiet, aber das hier schlägt bestimmt alle Rekorde. In 80% der Autos saß nur eine Person. Wenn es mal wieder ein wenig lief und wir dachten, nun rollte es endlich, ging das Spiel mit stop and go wieder von vorne an. Dann kam noch ein Unfall mit 4 PKW's bzw. Pick- up dazu, und wieder stand der Verkehr still. Als wir dann endlich bei "Road Bear" waren, war ich total genervt. Ich sah nur noch aufleuchtende Bremslichter vor mir. Die Übergabe lief dann reibungslos, alles war in Ordnung, man hatte nichts zu beanstanden. Es trafen noch 6 andere RV's zur Rückgabe ein, deshalb dauerte es bis 11:30 Uhr, ehe der Shuttlebus abfuhr.

Auch der brauchte wieder eine Stunde bis zu unserem Airport Hotel bzw. bis zum Flughafen. Einchecken, Zimmer beziehen und erst mal die Beine lang machen. Am Nachmittag sind wir dann mit dem Bus nach Culver City zur Westfield Mall gefahren, in der wir 1991 bei unserer ersten USA-Reise schon einmal waren. Zurück im Hotel dann zur Entspannung auf dem Pooldeck im 3. Stock in den Whirlpool. Das tat gut. Bis auf den Rückflug wäre dann alles geschafft.
Rückblickend kann ich sagen, daß wir mit dem Ablauf der Reise durch acht US- Staaten über 5600 km zufrieden waren, wir haben sehr viel unterschiedliche Landschaften gesehen. Einiges ist nicht so gelaufen wie geplant, andere Erlebnisse kamen unverhofft hinzu. Allerdings war die Fahrt auf der Route 66, die wir 2012 auch mit einem RV gemacht haben, interessanter und erlebnisreicher.
Mit diesem Fazit endet mein Blog.

Montag, 28. April 2014

.....letzte Etappe

28. April                Auf zur letzten Etappe. Es waren zwar nur etwas über 100 km, aber die hatten es in sich. Unglaublich, was am Montagmorgen nach L.A. strömt. Wir kennen ja nur den morgendlichen Verkehr nach Porto Vecchio! Ohne Navi hätte man hier schon Probleme. Aber so lief alles glatt. Annette sagte an, was zu tun war, welche Spur ich nehmen sollte oder in welche ich wechseln mußte. Um 11.30 a.m. waren wir schon auf dem KOA-Platz in Pomona im Großraum L.A.




Eine tolle Anlage, schattig, Rasen zwischen den Stellplätzen, Blumen, eine kleine Oase. Programm für heute: Koffer packen und das RV gründlich innen sauber machen. Um 6 p.m. war alles erledigt. Neben uns stehen zwei RV von der gleichen Größe wie der unsrige. Eine holländische Großfamilie (8 Erwachsene und 3 sehr kleine Kinder!) ist von San Francisco kommend am Anfang ihrer Reise. Wir haben ihnen unsere restlichen Lebensmittel überlassen. Es ist ein sehr schöner Abend, nicht so heiß wie in der Wüste. Morgen früh geben wir das Vehicle zurück.

Sonntag, 27. April 2014

Abschied vom Colorado

27. April           Bye, bye Colorado! Leider mußten wir die Interstate 10 nehmen, es gibt keine andere Straße Richtung L. A. Die Wüste wurde immer wüster. Es war aber auch gar nichts Grünes mehr zu entdecken. Rechts die Mc Coy Mountains, links die Chocolate Mountains waren der einzige Blickfang.
 Nach 100 km mit dem Chiriaco Summit (Paß)  die erste Raststätte mit Gas, Food, Lodging. Es ist Sonntag und jede Menge Ausflügler aus L.A. unterwegs. Die Raststätte war jedenfalls rappelvoll. Nach dem Summit ging's hinunter ins Coachella Tal in eine Gegend, in der wir schon zweimal waren. Rechts der große Joshua Tree National Park, in dem wir auch letztes Jahr waren, links die gewaltigen Santa Rosa und San Jacinto Mountains. Palm Desert, Palm Springs, Desert Hot Springs heißen die bekanntesten Orte, Oasen mit Golfplätzen, Grünanlagen und super Villen.

Wir steuerten den KOA-Platz in Banning an. Wir hatten schon in der Platzbeschreibung gelesen, daß in Banning die größte Outlet Mall von Kalifornien liegen soll, Abfahrt direkt von der I 10. Und wir sahen die Mall, einen Kilometer lang oder mehr. Auf dem RV-Platz erkundigten wir uns nach der Sicherheitslage. Kein Problem, sagten die Damen an der Rezeption. Security, Sheriffs, Polizei überall. Mit gemischem Gefühl fuhren wir die 5 km zurück. Parkplätze massenhaft, alle bewacht, aber nicht für RV's, maximale Höhe der Einfahrten10 ft., wir haben 12 ft. Also außerhalb der Mall an der Straße parken. Alles in den Rucksack und rein. Ein unheimliches Gewühl von Menschen. Wahrscheinlich war halb L.A. hier heraus gefahren. Was uns als erstes auffiel: Chinesen, Chinesen, Chinesen wo man hinsah und hintrat. An der Kasse von Sketcher's, unserem bevorzugten Schuhgeschäft, Chinesen mit Stapeln von Schuhkartons. Dabei kommen doch die meisten Schuhe aus China! Ob es nun "echte" Gelbe waren oder in den USA lebende, konnten wir natürlich nicht feststellen. Auch im food court, wo wir unseren Hunger stillten, waren wir fast nur unter Chinesen. Wir wären gern noch durch die vielen Passagen, Abteilungen und Geschäfte gezogen, aber wir hatte einfach keine Ruhe. Nach 1,5 Stunden zurück zum Campingplatz. Sonnenuntergang um 7 p.m., übrigens, wir haben seit gestern Pacific Time, also 9 Stunden hinter MEZ zurück.

Samstag, 26. April 2014

Ruhetag

26. April                "Seems it never rains in southern California". Der Song stimmt nicht ganz, denn heute morgen gegen 5 a.m. fing es an zu regnen, aus heiterem Himmel sozusagen. Aber der kurze Schauer war willkommen. So wurde die Luft wieder klar und der Staub gebunden. Der Dunst und die Staubwolken waren verschwunden. Es war nicht ganz so warm wie an den Vortaghen. Gegen Mittag machten wir eine zweistündige Wanderung am Colorado entlang.
Andere Fußgänger Fehlanzeige. Die Amis gehen wirklich kaum einen Schritt zu Fuß, selbst hier auf dem weiträumigen RV-Platz nicht. Um von ihren Behausungen zur Rezeption, zum Pool, zur Laundry oder zum Ufer zu kommen, fahren sie entweder mit dem Auto (PKW), mit Golfkarren, Motorroller oder Fahrrad. Wenn wir außerhalb des Platzes zu Fuß unterwegs sind, grüßen uns fast alle Autofahrer, entweder aus Respekt oder aus Mitleid. Ansonsten gibt es nichts Besonderes zu berichten. Morgen geht's in die Nähe von Palm Springs.





Freitag, 25. April 2014

Stellplatz am Colorado

25. April                  Kühl war es nicht geworden, aber angenehme 18 C. Vor der Abfahrt haben wir erst einmal Propangas nachfüllen lassen, 11 Gallonen für 45$. Das meiste davon hat wohl der Kühlschrank verbraucht. Auf dem Hwy. 60 ging es mitten durch Phoenix. Der Berufsverkehr war voll im Gang, sechs Spuren stadteinwärts, das gleiche natürlich auch stadtauswärts. Bloß nicht mal die falsche Spur nehmen, nicht zu weit rechts fahren. Denn dann heißt es plötzlich "Exit only" oder "Right lane must turn right", und wenn man nicht nach links wechseln kann, muß man raus. Daß man in den USA links und rechts überholen kann, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Blick in beide Seitenspiegel ist ratsam. Eine Stunde dauerte die Fahrt durch Phoenix. Am Stadtausgang nachtaken und in einem naheliegenden Walmart für die letzten 3 Tage einkaufen. 200 km waren es dann noch einmal durch die Wüste von Arizona. Starker Wind von links, Staubstürme wie gestern, aber rechts von uns.

Die Sonne war verschleiert, die Berge zu beiden Seiten lagen im Dunst. Nach 3 Stunden Fahrt waren wir am Colorado und damit an der Grenze zu Kalifornien, dem Golden State. Haupstadt: Sacramento, Staatsvogel: Kalifornische Wachtel, Staatsblume: Mohn. Mit 40 Mill. Einwohnern ist Kalifornien der drittgrößte Bundesstaat nach Alaska und Texas.


 Riviera RV Resort und Marina in Blythe, so heißt der Platz, den wir uns ausgesucht haben, direkt am Colorado. Was für ein Unterschied zum Rio Grande, 200 m breit, randvoll, starke Strömung, grüne, schilfbewachsene Ufer. Die nette Frau an der Rezeption hat uns einen prima Stellplatz zugeteilt in der ersten Reihe mit Blick auf den Fluß. Überall Blumen, viele große Maulbeerbäume, Oleander, alles sehr gepflegt. Ich habe gleich für 2 Tage gebucht.

Blick aus unserem Fenster

Kaffee trinken, Beine vertreten, Filmen, Photos aufnehmen und den Tag ausklingen lassen.

Donnerstag, 24. April 2014

Fahrt nach Arizona

24. April              Um 10 p.m. Abfahrt aus dem Wüstennest Lordsburg. Gestern Nachmittag 36C, heute morgen 12C. So ist es eben in der Wüste.
Wir blieben auf dem Hwy. 70. In Franklin, geschätzte 100 Einwohner, erreichten wir Arizona, Beiname: Grand Canyon State, Hauptstadt Phoenix. Als 48. Bundesstaat wie New Mexico 1912 in die USA aufgenommen. Danach kamen nur noch Alaska und Hawaii hinzu. Staatsvogel: Zaunkönig, Staatsblume: Kandelaberkaktus.


Es wurde eine sehr schöne Fahrt durch die Wüste, die immer mehr an Farbe gewann. Keine nervigen Trucks wie auf der Interstate gestern. Es mußte vor kurzem geregnet haben, denn die Straßenränder waren grün, später kamen richtige gelbe Blumenteppiche dazu. Die Sonne tat wieder ihr Bestes. High noon und 34C. Saffort und Globe waren die nächsten größeren Orte. Wir kannten sie vom Vorjahr, als wir auf dem Weg zun den Antelope Canyons in Page am Colorado waren. Immer mehr Kakteen bestimmten das Bild, Saguaros, Chollas und Ocotillos, die eigentlich eine eigene Gattung sind. Nach Globe mußte unser "Roadbear" ganz schön schnaufen, der Hwy. kletterte 900 m hoch auf einen Paß. Danach Abfahrt durch einen atemberaubenden engen Canyon, lange Passagen mit 7% Gefälle, enge Kurven, Warnungen für Trucks und Gespanne haufenweise. Wir waren seit der Grenze im Apachenland, Apachen High School, Apachen Trading Post und unser KOA-Platz lag in Mesa Apache Jct., 40 ml vor Phoenix.

Der Platz ist einer der besten auf unserer Tour. Der Platzwirt ist Deutscher, lebt seit 45 Jahren in den USA, hat aber sein Deutsch nicht verlernt. Am späten Nachmittag noch ein Spaziergang mit Hut bzw. Basecap gegen die pralle Sonne. Es gab viel zu photographieren. Jetzt um 7 p.m. ist die Temperatur auf angenehme 26 C gesunken. Die Luftfeuchtigkeit beträgt schlappe 6%!!! Es wird wohl wieder kühl werden diese Nacht.


Mittwoch, 23. April 2014

......die White Sands

23. April             Der laue Wüstenwind ließ die Temperatur nur langsam sinken, so daß wir erst um 11 p.m. in unsere Koje krochen. Annette hatte schon für gestern auf ihrem Tablet eine Sturmwarnung bekommen, aber es blieb bei starkem Wind.  Die relative Luftfeuchtigkeit betrug 13%, daß hatten wir nur einmal in der Wüste Namib. Um 8 a.m. waren wir heute ausnahmsweise schon früh losgekommen. Ziel: Das White Sands National Monument, 100 km von Las Cruces entfernt Richtung Norden.

Zuerst verfehlten wir das Visitor Center, wir hatten den unscheinbaren Adobebau einfach übersehen. Erst vor Alamogordo bemerkten wir den Irrtum. Diese Stadt ist in die Geschichte eingegangen, denn hier begann ein neues Zeitalter, das Atomzeitalter. Auf der White Sands Missile Range,Raketentestgelände und Raumfahrtbahnhof, wurde am 16. Juli 1945 die erste Atombombe gezündet.
Im Visitor Center mit den notwendigen Informationen und Karten versorgt, machten wir uns auf den 26 km langen Dunes Drive, einem Rundkurs durch eine einzigartige Landschaft. Dünen weiß wie Puderzucker, rund 700 km2 aus schwefelsaurem Kalk bestehende Wüstenlandschaft. Die helle Sonne, die weißen Dünen, der blaue Himmel und im Hintergrund die dunklen Sacramento Mountains, ein phantastischer Anblick.



Vom Dunes Drive gehen verschiedene Trails ab, von 1 km bis 8 km Länge. Nach 2 Stunden hatten wir genug gesehen,  gefilmt und photographiert. 100 km zurück nach Las Cruces, jetzt gegen den immer stärker werdenden Wüstenwind. Mittagspause und Einkauf in einer großen Mall. Alle Wertsachen wieder in meinen fast schon angewachsenen Rucksack, ein dummes Gefühl blieb trotzdem.
2 p.m. Weiterfahrt auf der I 10 nach Lordsburg an der Grenze zu Arizona. Jetzt war Annette am Steuer für genau 204 km durch die Wüste. Nur ein Ort lag noch zwischen Las Cruces und Lordsburg. Der Wind war so stark geworden, daß Annette nur 50 - 55 ml/h fahren konnte und wollte. Sie kämpfte mit unzähligen Trucks, die mit 70 ml/h an uns vorbei bretterten und den RV ins Wanken brachten. Die Sonne ließ die Luft flimmern. 200-300 m voraus sah der Asphalt so aus, als ob er naß wäre. Luftspiegelungen - Fata Morgana. "Schau mal zurück," sagte Annette, "hinter uns das gleiche, Mutter Morgana!" Zu sehen gab es auf der gesamten Strecke fast nichts außer staubtrockene Wüste bis zu den fernen Gebirgsketten links und rechts. Immer wieder Schilder mit Warnungen vor Staubstürmen. Es waren aber nur kleine Windhosen, die den Staub senkrecht aufstiegen ließen. Punkt 5 p.m. Ankunft auf dem RV-Platz in Lordsburg, kein Platz zum Bleiben, nur zur Durchreise. Auf dem Tablet für die nächsten 3 Tage Warnungen über Strumböen des Level 1, wolkenloser Himmel, Luftfeuchtigkeit morgen: 6%. Deshalb hatten wir bisher auch keine Probleme mit der noch ungewohnten Hitze.

Dienstag, 22. April 2014

Fahrt nach New Mexico

22. April         Abfahrt von Van Horn nach El Paso, 220 km. Landschaft auf der rechten Seite wie gehabt, Wüste so weit das Auge reicht. Zur linken aber dehnte sich ein breites, flaches Tal aus, im Hintergrund begrenzt von einer Gebirgskette. Und in diesem Tal wurden die grünen Flächen immer größer, in jedem Fall Plantagen und Felder. Was genau da angebaut wird, war vom Hwy. aus nicht zu erkennen bis auf eins: kilometerlange Plantagen von Pecan Nußbäumen. Der Verkehr wurde dichter und dichter, auf 3 Spuren ging es über einen kleinen Paß nach El Paso (der Paß!).
620 000 Einwohner, 70% spanisch sprechend. Auf der anderen Seite des Rio Grande liegt die Schwesterstadt Cindad Juárez, mexikanische Hochburg der Kriminalität. Die Mordbilanz unter den rivalisierenden Drogenbanden bricht alle Rekorde. 4 Brücken führen hinüber, für uns natürlich gesperrt. Maschendrahtzäune, hier Tortilla-Vorhang genannt, sichern die texanische Seite. El Paso ist die Schnittstelle dreier Kulturen: der indianischen, der hispanischen und der der Yankees. Auch geographisch ist El Paso eine Schnittstelle: hier endet die Sierra Madre und die Rocky Mountains beginnen, 5000 km bis Alaska. Auch die Uhren ticken hier anders: Mountain Time, eine Stunde zurückstellen. Die Ausdehnung der Stadt ist gigantisch, geschätzte 50 - 60 km. Mitten in der Stadt bogen wir zu einem Walmart ab. Ein riesiger Parkplatz. Trotz Überwachungskameras und patrouillierenden Security-Autos nahmen wir alles an Wert mit in den Markt. "Gebrannte Kinder.................". So haben wir unseren Kühlschrank wieder aufgefüllt. Westlich von El Paso biegt der Rio Grande - bisher Grenzfluß - nach Norden ab Richtung Albuquerque. Auf dem Hwy. tauchte das Schild Rio Grande auf, dann die Brücke, darunter ein nahezu auggetrockneter Bach. Der amerikanische Komiker Will Rogers hat einmal den Satz geprägt: "Der Rio Grande ist der einzige Fluß, der bewässert werden muß".  Stimmt!

Abschied von Texas, ein paar Meilen nach El Paso hieß es: Welcome to New Mexico, Land of Enchantment (des Entzückens). New Mexico wurde erst 1912  47. Bundesstaat, Staatsvogel: Roadrunner (Rennkuckuck), Staatsblume: Yucca Blüte. 40 Meilen waren es noch bis zu unserem Tagesziel Las Cruces, 85 000 Einwohner, größtes Handelszentrum im südlichen New Mexico. Zum Namen Las Cruces- die Kreuze; sie stammen von den Gräbern eines spanischen Trecks, dessen Teilnehmer von den Apachen "gemeuchelt" wurden, Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grab von Pat Garrett, dem Sheriff, der 1881 Billy the Kid erschoß.
Der KOA-Platz liegt hoch über der Stadt, von unserem Stellplatz aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Organ Pipe Mountains, die Gipfel sind gezackt wie Orgelpfeifen. Nach dem Essen ging Annette gleich zur Laundry, um das 3 x Wäsche in die Profi-Maschinen zu füllen. Später dann ein gemütlicher Feierabend!

Montag, 21. April 2014

Ostermontag

21. April          Abschied vom Big Bend National Park. Wir konnten ihn nicht so erkunden, wie wir es uns vorgestellt hatten. Viele Stellen konnten wir aufgrund der Größe unseres RV nicht anfahren. Trotzdem hat es sich gelohnt, den Park zu besuchen, wenn es uns auch nicht "vom Hocker gerissen" hat. Es mag überheblich klingen, aber wir haben einfach schon zu viel gesehen an Wüsten, Canyons, Gebirge, Flüssen usw. Das letzte wahre Aha-Erlebnis war letztes Jahr der Antelope Canyon bei Page am Colorado. Frühstück im RV-Platz Café unter lauter Harley-Fahrern, bärtigen Typen und Einheimischen. Danach 130 km durch die Wüste nach Norden. No food, no gas, no lodging! Erst vor Alpine, einer kleinen Stadt, gab es spärliches Gestrüpp und niedrigen Wacholder.
Dort trafen wir wieder auf den lonely Hwy. 90, den wir bei Marathon verlassen hatten, um in den Park zu fahren. Bis zum Tagesziel Van Horn waren es noch einmal 160 km, der Hwy. war noch "lonelier" und links und rechts kein Strauch, kein Gestrüpp, gar nichts. Am Straßenrand manchmal Briefkästen, aber weit und breit kein Haus zu sehen. Dafür aber wunderbare Wolkenformationen am stahlblauen Himmel, wie Wattebäusche schwebend. Hitze wie gehabt: 35C, auf dem RV-Platz im Schatten durch eine leichte Brise gut zu ertragen.

Sonnenuntergang in Van Horn

Sonntag, 20. April 2014

Ostersonntag

20. April        

Die angenehme Kühle am Morgen nach dem Gewitter hielt nicht lange an. Es war der erste Regen seit Januar im Nationalpark. Der Ranger sagte, in einer Woche würde die Vegetation explodieren. Viele Pflanzen würden innerhalb von 2 bis  3 Wochen blühen. Unser Ziel heute: Zunächst zum Visitor Center, um den Straßenzustand zu erfragen. (Gewitter!!) Keine Beschränkungen. Auf dem Maxwell Scenic Drive, einer

Panoramastraße von 55 km zum Santa Elena Canyon im südwestlichen Zipfel des Parks. Es ging tüchtig auf und ab, aber unser V 10-Motor schaffte alle Steigungen problemlos. Außer uns war nur noch ein RV unterwegs, sonst nur Pick-ups und Geländewagen. Der Rio Grande war braun wie Kakao.

Einige Kajakfahrer landeten gerade an, sie kamen von einer 2-Tages-Tour, dreckig wie die ........... Inzwischen brannte die Sonne wie gestern. Am frühen Nachmittag fuhren wir aus dem Park heraus. Nach 30km der erste Ort, Terlingua, gottverlassen in brütender Hitze. Wie kann man hier leben? Tankstelle, Motel, RV-Platz, Café/Restaurant, alles in einem.

Wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen! Im Restaurant sagte der freundliche Kellner, sie hätten das Osterbuffet im Angebot für 10.95$, einschließlich Getränken. Unglaublich!!! Salate, Gemüse, Hähnchenkeulen, Schinken, Kartoffelmus, 2 verschiedene Nachtische, alles bis zum Abwinken. Wir ließen es uns schmecken.
Es ist jetzt 19:00Uhr, für den Abendspaziergang noch zu warm.

Samstag, 19. April 2014

Ostersamstag

19. April           Die Nacht auf dem Campground war besser, als wir gedacht hatten. Der Platz ist sehr großzügig angelegt, übersichtlich nummeriert, weiter Abstand zu den Nachbarn. Die Temperatur sank über Nacht auf angenehme 20C. Zwei Ziele hatten wir am Vormittag: den Boquillos Overlook und den Boquillos Canyon. Mit unserem Vehicle eine schwierige Angelegenheit auf den engen Straßen. Die Parkplätze waren schon früh besetzt, am Straßenrand war für unseren "Hobel" kein Platz. Man braucht eben für solche Exkursionen ein zweites kleineres Fahrzeug, so wie es alle RV's hier auf dem Platz haben. So quälten wir uns durch die PKW-Reihen, meist Pick-ups, und waren froh, ohne anzuecken wieder wegzukommen. Vom Overlook (Aussichtspunkt) aus hatten wir dann der ersten Blick auf den Rio Grande. Von wegen grande! Im Vergleich zum Colorado ist es ein Bach, zum Mississippi ein Rinnsal. An manchen Stellen kann man durchwaten, von einer Sandbank zur anderen. Für die Wetbacks wäre es kein Problem, aus dem Park heraus zu kommen schon. Border Patrol everywhere! Zu den Hot Springs, wo wir gerne gebadet hätten, konnten wir auch nicht fahren, denn dahin führte eine Schotterstraße. Das ist für unseren RV vom Vermieter aus verboten. Um 1 p.m. war die Temperatur auf 36C gestiegen. Vom RV-Platz aus gibt es einen Trail zum Rio Grande, aber völlig der Sonne ausgesetzt. Wir warteten bis 3.30 p.m. Mit 2 Flaschen Wasser, Foto und Kamera machten wir uns auf den Weg. Nach einer Stunde in brütender Hitze und einen Aufstieg auf einem beschwerlichen Pfad hatten wir dann eine herrliche Aussicht auf den Rio Grande und einem seiner Canyons. Die Mühe hatte sich gelohnt.

Nach der Rückkehr duschen, Beine hochlegen, relaxen, und dann den Blog weiterschreiben.

Während unserer Wanderung am Nachmittag lasen wir überall Warnungen: vor Klapperschlangen, vor Wildschweinen, vor Überschwemmungen, vor extremer Hitze usw. Überschwemmungen in dieser ausgedörrten Landschaft? Wie soll das gehen? Jetzt wissen wir es. Um 6 p.m. verdunkelte sich der Himmel, ein Gewitter zog auf. 30 min später setzte der Regen ein, aber so gewaltig, daß der ganze Platz ruckzuck unter Wasser stand. Keine Gefahr, der Platz ist anphaltiert. Wir dachten aber an die vielen Zelte auf dem Campground, wo wir gestern waren. Es ist jetzt 8 p.m., der Regen läßt nach, am Horizont wird es wieder hell. Nach der Gluthitze eine schöne Abkühlung, mal ein angenehmer Regen!



Zum Schluß wünschen wir all unseren Blog-Lesern frohe Osterfeiertage, happy Easter et joyeuses Pâques.

Freitag, 18. April 2014

Meile für Meile zum Big Bend National Park

18. April            Heute hieß es Kilometer "fressen". Ziel: Der Big Bend National Park. Keine Interstate mehr, sondern weiter aud Hwy. 90. In Del Rio noch einmal vollgetankt, und das war gut so, denn es ging durch eine unwahrscheinliche Einöde. Auf den 270 km bis Marathon passierten wir 3 Orte, 2 davon erbärmliche, halb verfallene Nester, und ein 600-Seelen-Nest. Es gab eine Tankstelle, die wir aber nicht nutzen konnten, da es nur 87 Oktan Sprit gab, wir müssen aber mindestens 89er tanken. Auch in Marathon kein Benzin. Hier zweigte die Straße in den Nationalpark ab, 110 km nach Süden. Ich fuhr mit leicht gemischtem Gefühl, da wir nicht wußten, ob es im Big Bend eine Tankstelle gab und wieviele Meilen wir im Park noch fahren würden. Von Del Rio bis Marathon wurde die Landschaft immer karker, zuerst noch kniehohes Gestrüpp, dann überhaupt keine Vegetation mehr, nicht mal Kakteen. Auf dem Hwy. war überhaupt kein Verkehr, auf der ganzen Strecke haben uns keine 10 Autos überholt. Da graut einem vor einer Panne, denn auf dem Großteil der Strecke hat man auch keinen Handyempfang!
Wir waren froh, wenn mal ein Auto entgegen kam. Es ist der einsamste Hwy. den wir jemals gefahren sind. 4 p.m. endlich am Visiter Center. Zwei Überraschungen: die gute: es gibt eine Tankstelle, die schlechte: der RV-Park war ausgebucht. Wir mußten auf den Campground am Rio Grande Village. Eigentlich kein Problem, nur es gab weder Strom- noch Wasseranschluß.
Kaktusblüte
Ich habe aber schon für morgen auf dem RV-Platz reserviert!

Donnerstag, 17. April 2014

Zusammenfassung der beiden letzten Tage.

17. April         Ja, es kam ganz anders. Annette packte die Kamera aus, ich rief Ozzy an, um uns zu verabschieden. Warum wir denn nicht einen Tag länger in San Antonio bleiben wollen, fragte er, er würde uns gern die Umgebung von San Antonio zeigen, vor allem die von deutschen Einwanderern gegründeten Städte Boerne und Fredericksburg. Ich fragte, ob denn vielleicht die Möglichkeit bestünde, am Abend das NBA-Match zwischen den San Antonio Spurs und Los Angeles Lakers zu sehen. Das Spiel sei nahezu ausverkauft, er könne aber noch Karten besorgen. Das war der entscheidene Satz, der uns zum Bleiben veranlaßte! Wir wollten schon immer einmal ein NBA-Spiel live erleben. 10 min später holte uns Ozzy mit seinem Wagen direkt am RV ab. Es war high noon. Zuerst durch San Antonio auf der I 10, dann durch eine herrliche,  leicht hügelige Landschaft, das Hill Country, durchweg bewaldet. Ab und zu tauchten die Dächer von versteckten Villen auf, 2 Mill.$ und mehr, meinte Ozzy. "Eßt ihr gerne Erdberen?" "Aber ja!" An einem verwitterten Schild "Orchard Farm" bog er in einen Feldweg ab, und nach ca. 2 Meilen erreichten wir die Farm. "Um diese Zeit Erdbeeren?" fragte ich. Und dann waren wir platt! Eine super Farm. Erdbeerreihen von der Größe mehrerer Fußballfelder, Pfirsich Plantagen, Brombeeren, frisch gepflanzte Tomatenstöcke usw.
Ein älterer Herr wies uns und mehrere andere Personen in die Technik des Erdbeerpflückens ein. Mit Eimer und Korb bewaffnet zogen wir durch die pieksauberen Reihen. Mit 6-7 Pfund kamen wir zurück und bezahlten 18$.

Weiter ging die Fahrt nach Fredericksburg. Deutsche Siedler, deutsche Gaststätten, deutsche Sauberkeit (im Vergleich zu texmex), einfach eine Stadt zum Wohlfühlen. Ozzy meinte, der Ort sei auch Wohnsitz vieler reicher Pensionäre. Dann ein kräftiger Imbiß in einer deutschen Bar, allerdings sprach keiner mehr Deutsch (3. oder 4. Generation). Weiter durch das Hill Country, bis wir vor San Antonio in die rush hour gerieten. Um 6 p.m. waren wir am RV-Platz zurück nach rund 200 km. "Was nun Ozzy?" "Zieht euch um, ich warte, dann gehts zum Basketball." "Brot und Spiele" hieß es bei den Römern. Heute heißt es: "Spiele, fressen und saufen", ich muß es leider so sagen. Wir erlebten ein unbeschreibliches Spektakel. Schon die Anfahrt zum AT&T Center war ein Erlebnis. 18 000 Zuschauer, und alle kommen mit dem Auto. Ein NBA-Spiel hat vier Viertel von jeweils 12 min mit einer längeren Pause nach dem zweiten Viertel. Also müßte das Ganze in einer guten Stunde gelaufen sein. Aber nicht in den USA! Um 6 p.m. fing das Spektakel an, Anpfiff um 7 p.m.  Ein ohrenbetäubender Lärm. Direkt vor dem Anpfiff sang ein Kinderchor die Nationalhymne.
Danach in den kurzen Pausen Cheerleader, Musikparade, Werbung, Gewinnspiele für einzelne Zuschauer. Mit Gewehren werden T-Shirts und andere Souvenirs in die Ränge geschossen. Von der Decke kommen an kleinen Fallschirmen weitere Souvenirs herabgeschwebt. Die Zuschauer, vornehmlich Hispanics, kommen beladen mit Essen und Trinken zu ihren Plätzen, denn in der riesigen Arena gibt es keine "Freßkette", die nicht vertreten ist. Basketball wurde auch gespielt. Die San Antonio Spurs waren schon viermal US-Champion und stehen auch dieses Jahr wieder in den Playoffs. Bekanntester Spieler auf dem Feld:Tony Parker (Franzose). Die Lakers gewannen aber das Spiel zum Unmut der Zuschauer mit 115:101. Spielende 9:30 p.m.!!
Anfriff der Laker

Danach live Music direkt vor der Arena. Eine 4-Mann-Band machte klasse Rockmusik, aber dermaßen laut - wir standen nur 3 m von der Bühne entfernt, daß wir es nur 20 min aushielten.Eigentlich waren wir reif für die Koje, aber Ozzy wollte mit uns zum Abschied noch ein Bier trinken. Also wieder nach Downtown in eine Texmex-Bar und zum Bier noch ein mexikanisches Essen. Um 11:15 p.m. standen wir dann vor unserem RV. Wir hatten den Eindruck, daß Ozzy der Abschied schwerer fiel als uns. So, das war's von gestern.



Heute morgen sind wir mal relativ zeitig losgekommen, wenn 9:00 a.m. zeitig ist. Heutiges Ziel: Del Rio (am Fluß) am Rio Grande, Grenzfluß zu Mexiko, wo er übrigens Rio Bravo del Norte heißt. Die Stadt gegenüber heißt Ciudad Acuña, aber die Grenze ist dicht. 250 km auf der US 90 nach Westen, zunächst durch eine üppige grüne Buschlandschaft. Um 10:00 Uhr klingelte unser Smartphone, Ozzy rief an und wollte wissen, wie es uns gehe und ob wir gut weggekommen seien. Unglaublich,dieser Kerl. Er fährt heute mit Frau und Kindern (15, 17, 19 Jahre) über Ostern nach Corpus Christi, der bekanntesten Stadt an der Küste. Corpus Christi = Fronleichnam, ein merkwürdiger Name für eine Stadt. Das wären für uns hin und zurück nochmal 240 Meilen gewesen, aber leider geben das unsere Freimeilen nicht mehr her. Schade! Die Landschaft veränderte sich von Meile zu Meile, das Grün wurde dürftiger, das Land trockener. Alle Creeks waren ausgetrocknet. Aus der Steppe wurde Wüste, Del Rio, eine Stadt in der Wüste. Auf der Straße immer mehr Border Control Fahrzeuge. Die Polizisten halten Ausschau nach Wetbacks, so nennt man die illegalen Einwanderer, die den Rio Grande durchschwimmen und deshalb einen nassen Rücken haben. Auf einem kleinen RV-Platz hinter der Stadt machten wir halt. 400m weiter war eine kleine, unscheinbare Kneipe, die nur von 5 bis 10 p.m. geöffnet hat. Wir waren erstaunt, wie viele Leute schon da waren, als wir um 7 p.m. hinkamen. Und dann noch Live Music!

Wir verdrückten ein 16 Unzen T-Bone-Steak mit vielen Beilagen. 9:00 p.m., 28C, satt und zufrieden. Die schon von Annette zubereiteten Erdbeeren schafften wir nicht mehr.




Mittwoch, 16. April 2014

Kleine Überraschung am Morgen.

16. April         Kleiner Nachtrag zu gestern: Als wir mit Ozzy durch die Stadt gefahren
sind, sahen wir, daß etliche US-Flaggen auf Halbmast gesetzt waren. Wieso? Ozzy wußte die Antwort: Jahrestag des Anschlags beim Boston Marathon.
Übrigens, Ozzy (sprich Ossi) ist der Spitzname, seine Frau mochte den Namen Osvaldo nicht. Zu Ossi fällt mir noch ein kleiner Scherz vom 1. Tag ein. Bei der Einweisung in der RV-Fabrik waren unter den 20 Teilnehmern auch zwei Ossis, die einzigen Nichtrentner. Als einer der anderen Teilnehmer fragte, was LPG bedeute (liquid propan gas), sagte ich "Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft". Einige lachten, andere wußten damit nichts anzufangen, die Ossis grienten. Mein Nachbar fragte mich: "Sind sie ooch von driehm?" "Ja, ist aber schon ewig her".

Zu heute: Kleine Überraschung am Morgen. Ich war gerade im Waschraum, Annette bereitete das Frühstück. Da klopfte es an der Tür: Ozzy. Er wollte wissen, ob wir nun heute abreisen, wenn nicht, könnten wir noch etwas zusammen unternehmen.
Da wir gestern viel über Basketball gesprochen haben, brachte er für mich zwei Supergeschenke mit: eine Basecap und ein T-Shirt, Sonderausgaben anläßlich der NBA Championship 2012, als die Dallas Mavericks (Dirk Nowitzki) US-Meister wurden.
Wir wußten noch nicht, ob wir abreisen. Die Frage war, kommt die Kamera von Amazon bis Mittag oder nicht. Wir verblieben so, daß wir uns telefonisch bei ihm melden. Die Kamera kam um 11:30. Uhr. Eigentlich wollten wir aus San Antonio abfahren. Aber es kam ganz anders! Es ist jetzt 23:15 Uhr, wir sind gerade zu Tür herein, voll, nicht voll Alkohol, sondern voller Eindrücke der letzten 12 Stunden. Dazu berichte ich morgen ausführlich.

Dienstag, 15. April 2014

....bright tuesday

15. April        Gestern: black monday, today: bright tuesday.
Natürlich haben wir schlecht geschlafen nach dem Trubel von gestern. Das Wetter macht wieder Bocksprünge. Heute morgen um 8:00 Uhr 6C, endlich windstill, und ein herrlich blauer Himmel. Bis 11:00 Uhr stieg die Temperatur auf 22C. Ich buchte noch eine 3. Übernachtung. Wir entschlossen uns für einen ausgedehnten Spaziergang auf einem Trail hinter dem RV-Platz, der an einem Flußlauf entlang führte. Eine Weile lang beobachteten wir viele Wasserschildkröten, die auf einem abgestorbenen Baumstamm wie aufgereiht in der Sonne die Wärme genossen. Viele Vögel flogen durch die frisch belaubten Baumwipfel, unter anderem sahen wir 2x den Roten Kardinal. Am Ende des Pfades kamen wir mit einem einsamen Wanderer ins Gespräch. "How do you do, where are you from?" usw. Nach gegenseitigem Vorstellen erzählte er uns kurz über sich: Osvaldo "Ozzy" Parra, Mexican-American, seit 23 Jahren in San Antonio, verheiratet mit einer Deutschstämmigen. Als er von unserem Autoaufbruch hörte, meinte er,es gäbe hier leider sehr viele kriminelle Hispanics. Er ging mit uns zurück bis zum RV-Platz und fragte, ob wir an einer Sightseeingtour interessiert seien, er würde uns gern die interessanten Plätze in San Antonio zeigen. Natürlich waren wir interessiert. Gesagt - getan, um 14:30 Uhr holte Ozzy uns auf dem Platz mit seinem Cadillac ab. Ab nach Downtown, zum
Footballstadion, zum Basketballdom, zu "Mi tierra" (my land) - dem Downtown market square, fest in mexikanischer Hand.Dann etwas außerhalb nach Los Barrios in ein Restaurant von Viola, einer Frau, eine Legende, eine Art Heilige. Mit nichts angefangen hat sie in wenigen Jahren 3 Restaurants aufgebaut, bis sie vor 5 Jahren von einem drogensüchtigen jungen Nachbarn mit einer Armbrust erschossen wurde, 80 Jahre alt. Ihre Kinder führen die Restaurants weiter. Ozzy wollte uns zum Essen einladen, aber das war natürlich meine Sache. Er sollte aber bestellen. Unser erstes typisches mexikanisches Essen in den USA, verschiedene scharfe Soßen, Käsesoße, Fleisch, Gemüse, Oliven, alles auf einer Platte. Dazu die obligatorischen Chips, gegessen wurde mehr oder weniger mit den Fingern. Dazu eine Margarita, die bei Annette gleich Spuren hinterließ. Ein toller Nachmittag jedenfalls. Um 17:30 Uhr brachte uns Ozzy wieder zum RV-Platz zurück. Zu essen brauchen wir heute - bis auf Obst- mit Sicherheit nichts mehr. Aber großen Durst haben wir nach den mexikanischen Spezialitäten.
                                                                                                         

Montag, 14. April 2014

.......schwarzer Tag!

14. April     Wie angekündigt war es klühler geworden. Wir wollten einige Einkäufe erledigen und parkten in einem großen Shopping Center direkt vor dem Eingang. Als wir nach einer Stunde herauskamen - Überraschung. Scheibe auf der Beifahrerseite eingeschlagen, 1000 Splitter zerstreut innen und außen.
Das gesamte Innere war vollkommen zerwühlt, Wäsche, Betten, alle Staufächer, wahrscheinlich auf der Suche nach Geld und Wertgegenständen. Ich hatte aber alle wichtigen Dinge wie immer im Rucksack bei mir. Annette hatte ihre Tasche auch dabei. Nur den Fotoapparat hatten wir in einem Staufach liegen. Der war natürlich weg. Security der Mall gerufen, Polizei gerufen, alles aufgenommen, RV-Vermieter angerufen und verständigt.

 Danach Suche nach einer Werkstatt. "Ramirez Car Glass", ein nicht gerade Vertrauen erweckender Laden. "Können Sie das reparieren?" "Sure!" "Haben Sie die Scheibe da?" "Bestelle ich, in 10 min ist sie da". Und dann ging alles unerwartet schnell, sauber und korrekt. Auto ausgesaugt, Scheibe kam, eingebaut, sitzt, paßt und hat Luft. Der Hispanic war ein Profi. Preis: 139$. Wir haben aufgeatmet, obwohl uns der ganze Trubel erstmal die Petersilie verhagelt hatte. So war fast der ganze Nachmittag drauf gegangen. Einmal mußte es uns ja erwischen!!! Wir sind voll versichert, nur den Fotoapparat müssen wir wahrscheinlich abschreiben. Wir suchen ja schon seit 2 Wochen eine neue Kamera von Samsung, die bisher überall ausverkauft war. Einzige Möglichkeit: Amazon, da gibt es noch 7 Stück. Also hat Annette gleich nach der Rückkehr auf dem Platz online die Kamera bestellt, Lieferzeit innerhalb von 24 Stunden. Kommt direkt auf den KOA-Platz. Die Beweisfotos sind heute mit dem Tablet entstanden.

Sonntag, 13. April 2014

Riverwalk in San Antonio

13. April        Über Nacht hatte es sich auf angenehme 22 C abgekühlt. Trotz intensiven Kartenstudiums konnte ich in Austin Downtown keine Möglichkeit finden, mit dem RV zu parken, PKW-Parkplätze jede Menge. So passierten wir Austin auf der achtspurigen Interstate 35 Richtung San Antonio. Die deutschen Einwanderer aus dem 19. Jahrhundert haben viele Spuren hinterlassen. Zeugen sind die Ortsnamen wie Neu Braunfels, Boerne, Grüne, Fredericksburg usw. In Braunfels findet jedes Jahr im November das "Wurstfest" statt, das 160 000 Besucher anlockt. Großes German Entertainment: die Fichtelgebirgsmusikanten, The Sauerkrauts, das Alpen Blech Ensemble und andere. 25 Tonnen Würste werden vertilgt!
Annettes Navi führte uns sicher nach San Antonio (165 km) und zum KOA-Platz "Alamo". Alamo, ein geschichtsträchtiger Name. The Alamo, die ehemalige Missionskirche San Antonio, gilt als die Wiege von Texas. Sie ist Pilgerstätte für Texaner und Mexikaner gleichermaßen. 1836 verteidigten knapp 200 Texaner das dortige Fort, die Alamo, gegen eine 4000 Mann starke mexikanische Armee. Aber keiner der Verteidiger überlebte. Einen Monat später nahmen die Texaner unter Sam Housten mit dem Schlachtruf "Remember the Alamo" Rache und schlugen die Mexikaner in der Schlacht von San Jacinto entscheidend. Die Namen der 189 tapferen Verteidiger sind auf Bronzetafeln eingraviert. Texas Ranger sorgen für ordentliches, ehrfürchtiges Verhalten der Besucher.  Mich erinnert das an die Gedenkstätte von Pearl Harbor auf Hawaii.
San Antonio River
Direkt vor dem RV-Platz ist die Haltestelle der Buslinie 24, die nach Downtown fährt. Endlich mal die Gelegenheit,  ohne RV ins Zentrum zu kommen, 20 min Fahrt für 1,20$. Der San Antonio River fließt in großen Schleifen durch Downtown. Zu beiden Seiten kann man auf dem Riverwalk kilometerweit gehen, ein Restaurant am anderen, vor allem mexikanische Küche. Menschenmassen (Sonntag!) auf dem Riverwalk wie vorigen Samstag in Nashville, nur daß es heute 10 C wärmer war. Unzählige vollbesetzte Ausflugsboote kurvten auf dem Fluß, der von vielen Fußgängerbrücken überspannt wird. Alles in allem ein schöner Ort zum Bummeln, Essen, Abhängen.
40% der Bevölkerung von San Antonio ist spanisch/mexikanischen Ursprungs, was nicht zu übersehen war. Ebenfalls nicht zu übersehen war die Tatsache, daß die Mexikaner die Amerikaner an Fettleibigkeit übertrumpft haben. Was liefen da für dicke Leute herum! Bus 24 brachte uns wieder zum Platz zurück, Beine lang machen, Bericht schreiben. Es ist 21:00 Uhr, Thermometer zeigt 30C, morgen soll es sich stark abkühlen. Hoffentlich!
Downtown von San Antonio


Samstag, 12. April 2014

....Blumenteppiche und Live-Music


12. April        10:00 Uhr Start 250 km gegen den nach wie vor starkem Wind. Das kostet Sprit. Temperatur 33 C. Die Landschaft platt wie ein Tisch, am Straßenrand Blumenteppiche in blau und rot. Ansonsten Weide- und Ackerland.
.....blue bonnets
Der RV-Platz liegt ca. 20 Meilen von Downtown Austin entfernt. Unweit des Platzes fährt die Metrorail nach Downtown ab außer Samstag/Sonntag. Und heute ist - na,was wohl? Also morgen mit dem RV rein, auf Teufel komm 'raus. Nach uns kommen immer mehr Camper an. Die Krone: ein RV von 11 m Länge, dahinter ein Pick-up und darauf ein Trike! Insassen: ein Rentnerehepaar mit Hund.


 Von 19 - 21:00 Uhr Live Music mit Brian Davenport im Pavillon.


Freitag, 11. April 2014

Autoland USA

11. April      Gestern Abend wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten und einen Spaziergang machen. Unser KOA-Platz liegt an einer Straße der 3. oder 4. Ordnung, sechsspurig. Es gibt keine Fußwege. Links und rechts Geschäfte, Werkstätten, Restaurants, aber alles nur mit dem Auto anzufahren. 45 min lang schlängelten wir uns hintereinander auf Trampelpfaden neben der Fahrbahn, über die asphaltierten Zufahrten, und neben uns brandete der Verkehr. Wir waren natürlich die einzigen Fußgänger. Es gibt wunderbare Parks und Trails, z.B. der Trinity Trail am gleichnamigen Fluß, 60 km lang, beginnt nahe Downtown Ft. Worth, aber auch dahin muß man erst mal mit dem Auto kommen. Mit unserem großen RV nicht möglich. Deshalb haben auch die meisten Camper hier an ihrem RV noch einen PKW hängen oder eine Harley auf ihrem Anhänger.

Wenn wir fragen, wie weit es hierhin oder dorthin sei, ist die Antwort 2,5 oder 15 min, so sind es immer Autominuten. Und 2 min sind schon 1,5 km.
Von heute gibt es nichts Besonderes zu berichten. Der warme Wind bläst noch immer, wiederum 31 C. Der Besuch der Southwest Center Mall war eine Enttäuschung. Ein großer zweistöckiger Bau, aber innen "tote Hose". Kaum Kundschaft, viele Läden geschlossen bzw. leere Räume. Überall "Buy one - get one free" oder "Clearance" (Räumungsverkauf). Meine Markenjeans kostete 10 $. Morgen geht es nach Austin, der Hauptstadt von Texas.

Donnerstag, 10. April 2014

10. April    Gemütliches Frühstück. Danach mit dem RV zu "Tom Thumb", um den Kühlschrank aufzufüllen. Annette hatte herausgefunden, daß die von uns bevorzugte Supermarktkette "Safeway" jetzt "Tom Thump" heißt. Ein paar hundert Meter vom KOA-Platz entfernt mußte ich wenden, nicht ganz einfach bei einer 6-spurigen Fahrbahn. Ich war kaum 'rum, machte mir ein Motorrad-Cop unmißverständlich klar, rechts rauszufahren. Das Wenden sei zwar nicht verboten, sagte er, aber ich hätte den Gegenverkehr nicht sorgfältig genug beachtet. Vielleicht wegen meiner Stotterei in Englisch beließ er es bei einer Ermahnung. Glück gehabt, denn die Strafen für Verkehrsvergehen sind saftig. Telefonieren oder SMS-schreiben: 500 $, unerlaubtes Überholen oder zu schnelles Fahren: 800 $.

Zurück auf dem Platz war Kaffeetrinken angesagt. Der Himmel hatte sich mit Schleierwolken bezogen, es wehte ein starker Wind, Temperatur 32 C. Auf Korsika würde ich sagen: Scirocco, aber dafür ist die Sahara nun doch zu weit weg. Annette hat sich Münzen besorgt, um die Wasch- und Trockenautomaten zu "füttern".


Laundry