Mittwoch, 23. April 2014

......die White Sands

23. April             Der laue Wüstenwind ließ die Temperatur nur langsam sinken, so daß wir erst um 11 p.m. in unsere Koje krochen. Annette hatte schon für gestern auf ihrem Tablet eine Sturmwarnung bekommen, aber es blieb bei starkem Wind.  Die relative Luftfeuchtigkeit betrug 13%, daß hatten wir nur einmal in der Wüste Namib. Um 8 a.m. waren wir heute ausnahmsweise schon früh losgekommen. Ziel: Das White Sands National Monument, 100 km von Las Cruces entfernt Richtung Norden.

Zuerst verfehlten wir das Visitor Center, wir hatten den unscheinbaren Adobebau einfach übersehen. Erst vor Alamogordo bemerkten wir den Irrtum. Diese Stadt ist in die Geschichte eingegangen, denn hier begann ein neues Zeitalter, das Atomzeitalter. Auf der White Sands Missile Range,Raketentestgelände und Raumfahrtbahnhof, wurde am 16. Juli 1945 die erste Atombombe gezündet.
Im Visitor Center mit den notwendigen Informationen und Karten versorgt, machten wir uns auf den 26 km langen Dunes Drive, einem Rundkurs durch eine einzigartige Landschaft. Dünen weiß wie Puderzucker, rund 700 km2 aus schwefelsaurem Kalk bestehende Wüstenlandschaft. Die helle Sonne, die weißen Dünen, der blaue Himmel und im Hintergrund die dunklen Sacramento Mountains, ein phantastischer Anblick.



Vom Dunes Drive gehen verschiedene Trails ab, von 1 km bis 8 km Länge. Nach 2 Stunden hatten wir genug gesehen,  gefilmt und photographiert. 100 km zurück nach Las Cruces, jetzt gegen den immer stärker werdenden Wüstenwind. Mittagspause und Einkauf in einer großen Mall. Alle Wertsachen wieder in meinen fast schon angewachsenen Rucksack, ein dummes Gefühl blieb trotzdem.
2 p.m. Weiterfahrt auf der I 10 nach Lordsburg an der Grenze zu Arizona. Jetzt war Annette am Steuer für genau 204 km durch die Wüste. Nur ein Ort lag noch zwischen Las Cruces und Lordsburg. Der Wind war so stark geworden, daß Annette nur 50 - 55 ml/h fahren konnte und wollte. Sie kämpfte mit unzähligen Trucks, die mit 70 ml/h an uns vorbei bretterten und den RV ins Wanken brachten. Die Sonne ließ die Luft flimmern. 200-300 m voraus sah der Asphalt so aus, als ob er naß wäre. Luftspiegelungen - Fata Morgana. "Schau mal zurück," sagte Annette, "hinter uns das gleiche, Mutter Morgana!" Zu sehen gab es auf der gesamten Strecke fast nichts außer staubtrockene Wüste bis zu den fernen Gebirgsketten links und rechts. Immer wieder Schilder mit Warnungen vor Staubstürmen. Es waren aber nur kleine Windhosen, die den Staub senkrecht aufstiegen ließen. Punkt 5 p.m. Ankunft auf dem RV-Platz in Lordsburg, kein Platz zum Bleiben, nur zur Durchreise. Auf dem Tablet für die nächsten 3 Tage Warnungen über Strumböen des Level 1, wolkenloser Himmel, Luftfeuchtigkeit morgen: 6%. Deshalb hatten wir bisher auch keine Probleme mit der noch ungewohnten Hitze.

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