Dienstag, 8. April 2014

Texas

8. April     In Little Rock steuerten wir erst noch einen Best Buy Shop an, Annette wegen des neuen Samsung Tablets Pro, ich wegen einer neuen Kamera von Samsung. Beides sold out! Nicht zu fassen. Also weiter Richtung Texas! Wetter gemischt: Sonne, Wolken, warm. Später türmten sich die Wolken zu Gewitterwolken, Blitz und Donner folgten, aber kaum Regen. Die Interstate war gut befahren, Trucks über Trucks, die uns ständig überholten, da wir 10 ml langsamer fuhren. Wegen des Sogs beim Überholen mußte man ständig am Steuer "kurbeln". Vor Texarkana, Grenzstadt wie es der Name schon sagt, ein kurzer Gruß. Supertramp hätte wieder singen können!! Aber dann war es vorbei, der Himmel riß auf, und ab 15:00 Uhr blauer Himmel und volle Sonne. Irre, so ein schneller Wetterwechsel. Annettes App Weather Pro sagt, daß es so bleibt!

Texarkana – Grenzstadt zwischen Texas und Arkansas. Wir sind im zweitgrößten Bundesstaat der USA, Beiname: Lone Star State. 22,4 Mill. Einwohner, Hauptstadt Austin. Staatsvogel ist die Spottdrossel, Staatsblume die Lupine. Der Name Texas ist indianischen Ursprungs. Als die Spanier Anfang des 16. Jahrhunderts als erste Europäer an Land gingen, begrüßten die Indianer sie mit dem Wort Teyas, was Freundschaft bedeutet. Fortan nannten die Spanier ihrerseits alle Indianer Teyas. Daraus wurde Texas und bezog sich später auf den ganzen Staat.
Was weiß man in Deutschland von Texas?
Nicht allzu viel, denke ich. Die Karl-May-Leser und Western-Fans wissen von Indianern, vom Llana Estacado, von Texas Rangern, von Wyatt Earp und den Outlaws Billy the Kid, Butch Cassidy und Bonnie and Clyde. Die politisch Interessierten wissen von George Bush Senior und George W. Bush, vom Mord an Kennedy in Dallas, von der knallharten Durchführung der Todesstrafe, die TV-Fans kennen den Film „Easy Rider“ und die Serie „Dallas“, die 12 Jahre lang Texas ins Wohnzimmer brachte. Und dann vielleicht noch Dirk Nowitzki mit den „Dallas Mavericks“. Aber wer kennt schon die Hauptstadt Austin? Oder die „Texas Riviera“, die 1000 km lange Golfküste von Louisiana bis Brownswill, den riesigen Flughafen Dallas/Fort Worth mit 2000 Starts und Landungen täglich? Neben Dallas kennt man vielleicht noch Houston als NASA-Kontrollzentrum der US-Raumfahrt, aber das war’s dann schon.
Als Reiseziel wird Texas selbst in den USA stiefmütterlich behandelt und liegt weit hinter den Reisemagneten Kalifornien, Florida, New York, Boston usw. Zwischen den Texanern und Yankees (Nordstaatler) besteht keine große Liebe. Yankees sind arrogant und großspurig sagen die einen, die anderen nennen die Texaner hemdsärmelige, grobschlächtige Cowboys mit albernen Hüten. Wir wollen und werden uns ein eigenes Bild machen.
                                          Zur Geschichte von Texas
 Nachdem die Spanier (Ponce de Léon) 1513 Florida entdeckt hatten, landeten sie 1519 im heutigen Texas, das sie zunächst Neu-Spanien nannten. 92 Expeditionen führten sie in der Folgezeit durch auf der Suche nach Gold und Silber. Die Berichte von de Coronado und de Soto waren aber so entmutigend – kein Gold und Silber, kriegerische Indianer -, dass die Spanier zunächst das Interesse am Land verloren. Erst nach 1600 setzten sie die Kolonisation fort, vor allem weil die Franzosen Ansprüche anmeldeten und durchsetzten. Um 1700 wurde Texas spanisch, die Franzosen zogen sich zurück. Nach 1800 drängten Anglo-Amerikaner von Norden und Indianerstämme von Osten (Louisiana) nach Texas.

1821 wird Mexiko von Spanien unabhängig, Texas wird mexikanische Republik. Immer mehr Anglo-Amerikaner siedeln sich an. Stephen Austin siedelt 7000 Nordstaatler um die von ihm gegründete Hauptstadt an. Das Verhältnis von Amerikanern zu Mexikanern beträgt inzwischen 4:1. Mexiko schickt Truppen, die Texaner gründen eine Armee unter dem Kommando von Austin. 1835 erreicht die Konfrontation ihren Höhepunkt. Texas erklärt seine Unabhängigkeit. In der Entscheidungsschlacht siegen die Texaner über eine 6000 Mann starke mexikanische Armee. Sam Houston wird erster Präsident der Republik Texas. Stephen Austin gründet die Texas Rangers, eine Art Polizeitruppe, als Antwort auf die ständigen Überfälle der Mexikaner und Indianer. Die Indianer werden weitgehend aus dem Land gejagt. Immer mehr deutsche Einwanderer treffen ein, sie machen inzwischen 20% der Bevölkerung aus. 1845 haben die USA die Nase voll von den ständigen Reibereien zwischen Texanern, Mexikanern und Indianern. Sie annektierten Texas, es wird 28. Staat der USA. Das löst den Amerikanisch-Mexikanischen Krieg aus, der 1848 mit der Niederlage Mexikos endet. Der Rio Grande wird Staatsgrenze. 1861:

Aber Texas kommt nicht zur Ruhe. Die Sklavenfrage spaltet die USA. Sam Houston, jetzt Gouverneur, wendet sich gegen die Sklavenhaltung, wird abgesetzt und ins Exil geschickt. Texas sagt sich von der Union los und schließt sich den Konförderierten an. 1865: Ende des Bürgerkrieges, alle Sklaven werden für frei erklärt, Texas steht unter Militärregierung. 1900: Über 3 Millionen Menschen leben jetzt in Texas. Ein gewaltiger Hurrikan mit Springflut rast über die Hafenstadt Galveston, tötet 6000 Menschen und zerstört die Stadt. Reiche Ölfunde füllen die Staatskassen und ermöglichen so den Aufbau eines modernen Staates. 1940: Im 2. Weltkrieg wird Texas zum Truppen-Ausbildungslager. General Eisenhover und Flottenadmiral Nimitz sind Texaner. 1953: Eisenhover wird Präsident der USA. 1963: Am 22.11 wird John F. Kennedy in Dallas ermordet. Der Texaner L.B. Johnson wird Präsident. 1988: George Bush sr. aus Houston wird 41. Präsident. 2001: George Bush jr. wird 43. Präsident.
 Zunehmender Drogenhandel und illegale Einwanderung veranlassen die USA, die Grenze zu Mexiko stärker zu sichern. Seit 2002 sind informelle Grenzübertritte durch die „Homeland Security“ untersagt. Pech für die Touristen, aber noch mehr Pech für die Grenzstädte auf mexikanischer Seite, denen nun die Touristen-Dollars sehr fehlen.

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